# H52.2 Astigmatismus

Quellseite: https://www.kudretgozistanbul.com/de/blog/augenkrankheiten/h52-2-astigmatismus

**Autor:** Kudret Augen İstanbul | **Medizinische Prüfung:** Op. Dr. Mehmet Ali Özdil | **Datum:** 2026-09-05

> **Zusammenfassung:** H52.2 ist der Schlüssel, mit dem Astigmatismus in der ICD, der internationalen Klassifikation der Krankheiten, verzeichnet ist. Astigmatismus entsteht, wenn die Wölbung von Hornhaut oder Linse nicht in jedem Meridian gleich ist, sodass das Licht nicht in einem einzigen Punkt auf der Netzhaut gebündelt wird und ein verschwommenes Bild entsteht.

## Kurzübersicht
- **ICD-Schlüssel:** H52.2
- **Übliche Stärke:** meist zwischen 0,25 und 6,00 Dioptrien, in manchen Fällen höher
- **Gering:** unter 0,75 Dioptrien
- **Mittel:** 0,75 bis 2,00 Dioptrien
- **Stark:** über 2,00 Dioptrien
- **Laserbehandlung:** ab über 18 Jahren, bei im letzten Jahr stabilen Werten

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## Was bedeutet H52.2?
H52.2 ist ein Klassifikationsschlüssel für Astigmatismus, keine gesicherte Diagnose. Für die Diagnose und die Bestimmung der Stärke ist eine Untersuchung nötig. Weil die Hornhaut oder die Augenlinse nicht gleichmäßig gewölbt ist, wird das Licht nicht im richtigen Winkel gebrochen. Das führt unabhängig von der Entfernung zu verschwommenem Sehen, Kopfschmerzen und müden Augen.

## Ursachen
Astigmatismus ist meist erblich bedingt. Selten tritt er nach Augenoperationen auf. Genannte Ursachen:
- Keratokonus
- Genetische Faktoren
- Komplikationen nach einer Augenoperation
- Verletzungen des Auges
- Starker Druck der Augenlider auf die Hornhaut

## Zeichen
- Tränen der Augen
- Verschwommenes Sehen in der Nähe oder in der Ferne
- Schwindel und Kopfschmerzen
- Deutlich nachlassendes Sehen in der Dunkelheit
- Zusammenkneifen der Augen, um schärfer zu sehen
- Müde Augen

Trifft eines oder treffen mehrere dieser Zeichen zu, sollte eine Augenärztin oder ein Augenarzt aufgesucht werden.

## Diagnose
Die Diagnose wird mit einer umfassenden augenärztlichen Untersuchung gestellt:
- **Snellen-Test:** bestimmt die Sehschärfe.
- **Skiaskopie:** beurteilt die Lichtbrechung.
- **Keratometrie:** misst die Hornhautwölbung.
- **Hornhauttopografie:** untersucht die Hornhautoberfläche genau und bestimmt Stärke und Form des Astigmatismus.

Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern nur kurz. Regelmäßige Kontrollen, besonders im Kindesalter, sind für die frühe Erkennung wichtig.

## Stärken des Astigmatismus
Astigmatismus wird in Dioptrien gemessen, meist zwischen 0,25 und 6,00 Dioptrien, in manchen Fällen höher.
- **Gering (unter 0,75 Dioptrien):** Sehprobleme selten, Alltag nicht beeinträchtigt, Brille oder Kontaktlinsen meist nicht nötig.
- **Mittel (0,75 bis 2,00 Dioptrien):** unscharfes Sehen in Nähe und Ferne, Schwindel, Kopfschmerzen, müde Augen; meist werden Brille oder Kontaktlinsen empfohlen.
- **Stark (über 2,00 Dioptrien):** Sehschärfe und Sehqualität erheblich beeinträchtigt, Gegenstände wirken verzerrt oder wellig; neben Brille und Kontaktlinsen werden LASIK oder Operationen mit Intraokularlinsen empfohlen.

## Formen des Astigmatismus
- **Regulärer Astigmatismus:** häufigste Form; die Hauptmeridiane stehen im Winkel von 90 Grad zueinander. Ausgleich mit Laser, Brille und Kontaktlinsen.
- **Irregulärer Astigmatismus:** die Hornhaut hat mehrere Wölbungen, die Meridiane stehen nicht im rechten Winkel. Mit Brille schwer auszugleichen, daher kommen Kontaktlinsen und Intraokularlinsen infrage.
- **Myoper Astigmatismus:** Kombination mit Kurzsichtigkeit; es entstehen zwei Brennpunkte.
- **Hyperoper Astigmatismus:** Augapfel zu kurz oder Hornhaut zu flach; ein Teil des Lichts wird auf, ein Teil hinter die Netzhaut gebündelt.

Diese Formen lassen sich mit Brille, Kontaktlinsen und Laserverfahren ausgleichen; wo das nicht vollständig gelingt, kommen Intraokularlinsen zum Einsatz.

## Behandlung
- Unter 0,75 Dioptrien ist meist keine Behandlung nötig.
- Bei mittlerem Astigmatismus genügen Brille oder Kontaktlinsen.
- Bei starkem Astigmatismus kommen LASIK, PRK oder Operationen mit phaken Intraokularlinsen infrage.
- Eine Laserbehandlung wird bei Menschen über 18 Jahren durchgeführt, deren Werte im letzten Jahr stabil geblieben sind.
- Wer für den Laser nicht geeignet ist, kann mit torischen Intraokularlinsen behandelt werden.
- Die Ärztin oder der Arzt beurteilt Hornhautdicke, Aufbau des Auges und Erwartungen.

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## Häufig gestellte Fragen

**F: Ist H52.2 eine Diagnose?**
A: H52.2 ist ein Klassifikationsschlüssel für Astigmatismus. Für eine gesicherte Diagnose und die Bestimmung der Stärke ist eine Untersuchung nötig.

**F: Geht Astigmatismus ganz weg?**
A: Mit Brille oder Kontaktlinsen wird bei manchen Menschen vollständig klares Sehen erreicht. Laserverfahren können bei geeigneten Patientinnen und Patienten dauerhaft ausgleichen. Der Verlauf ist individuell verschieden.

**F: Verursacht Astigmatismus Kopfschmerzen?**
A: Ja, besonders bei langer Bildschirmarbeit oder beim Lesen können müde Augen und Kopfschmerzen auftreten.

**F: Schreitet Astigmatismus fort?**
A: Ein angeborener Astigmatismus verändert sich meist kaum. Bei Erkrankungen wie Keratokonus kann er zunehmen, deshalb sind regelmäßige Kontrollen wichtig.

**F: Braucht man bei geringem Astigmatismus eine Brille?**
A: Nicht immer. Bei Beschwerden kann eine Brille helfen, ohne Beschwerden genügt oft die Beobachtung.

**F: Worin unterscheiden sich regulärer und irregulärer Astigmatismus?**
A: Beim regulären verlaufen die Hauptmeridiane gleichmäßiger und er lässt sich mit einer Brille besser ausgleichen. Beim irregulären ist die Hornhaut unregelmäßiger, sodass besondere Linsen oder weitere Behandlungen nötig sein können.

**F: Warum ist das Sehen in der Dunkelheit schlechter?**
A: Weitet sich die Pupille, nimmt die Streuung zu, und Lichtstreuung sowie Blendung werden deutlicher.

**F: Lässt sich Astigmatismus mit Laser ausgleichen?**
A: Bei geeigneten Patientinnen und Patienten ja. Messungen wie Hornhautdicke und Topografie sind für die Entscheidung entscheidend.
