# Muss man eine Astigmatismus-Brille ständig tragen?

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**Autor:** Kudret Augen İstanbul | **Medizinische Prüfung:** Op. Dr. Mehmet Ali Özdil | **Datum:** 2026-09-04

> **Zusammenfassung:** Eine Astigmatismus-Brille wird verordnet, wenn das Sehen in der Ferne oder in der Nähe verschwommen ist. Sie schafft klare Sicht, ist aber keine Behandlung und beseitigt den Astigmatismus nicht. Ob sie ständig getragen werden muss, hängt von der Stärke ab.

## Kurzübersicht
- **Geringer Astigmatismus (unter 0,75):** in der Regel keine Brille nötig; bei Beschwerden kann die Ärztin oder der Arzt eine empfehlen
- **Mittlerer oder starker Astigmatismus (ab 0,75):** Brille regelmäßig tragen, Auge häufig kontrollieren
- **Übliche Werte:** zwischen 0,25 und 6,00 Dioptrien (dpt)
- **Ohne Brille:** die Stärke nimmt dadurch nicht zu, es fehlt aber das scharfe Sehen

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## Muss die Brille ständig getragen werden?
- Bei geringem Astigmatismus unter 0,75 ist in der Regel keine Brille nötig; bestehen Beschwerden, kann die Ärztin oder der Arzt eine empfehlen. Die regelmäßigen Kontrollen sollten trotzdem wahrgenommen werden.
- Bei mittlerem oder starkem Astigmatismus (ab 0,75) sollte die Brille regelmäßig getragen und das Auge häufig kontrolliert werden.
- Beim Autofahren, bei langer Bildschirmarbeit oder bei Kopfschmerzen und müden Augen ist regelmäßiges Tragen angenehmer. Den besten Plan legt die Augenuntersuchung fest.

## Ursachen
Astigmatismus entsteht, wenn die Wölbung von Hornhaut oder Linse nicht gleichmäßig rund ist. Die häufigste Ursache ist die genetische Veranlagung; gibt es Betroffene in der Familie, ist das eigene Risiko hoch. Weitere Ursachen:
- Druck der Augenlider auf die Hornhaut
- Augenoperationen und Komplikationen während einer Augenoperation
- Verletzungen des Auges
- Keratokonus

## Symptome
- Unscharfes Sehen in Ferne und Nähe
- Kopf- und Augenschmerzen, häufiger Schwindel
- Müdigkeitsgefühl trotz Ruhe und Schmerzen rund um die Augen
- Zusammenkneifen der Augen, um scharf zu sehen
- Nachlassendes Sehen bei Dunkelheit
- Tränen der Augen

## Stärken
Die Stärke wird in Dioptrien (dpt) angegeben, in der Regel zwischen 0,25 und 6,00.
- **Gering (unter 0,75):** leichte oder beginnende Form, Sehprobleme selten; Brille oder Kontaktlinsen sind in der Regel nicht nötig, bei Beschwerden kann die Ärztin oder der Arzt sie empfehlen; regelmäßige Kontrollen.
- **Mittel (0,75 bis 2,00):** heute die häufigste Gruppe; Sehen kann deutlich nachlassen, Kopfschmerzen und müde Augen; Brille oder torische Kontaktlinsen werden empfohlen.
- **Stark (über 2,00):** Sehqualität deutlich beeinträchtigt, Gegenstände verzerrt und wellig; neben Brille und Kontaktlinsen können je nach Befund refraktive Verfahren wie LASIK eingesetzt werden.

## Auswirkungen auf den Alltag
- Verschwommenes oder verzerrtes Sehen beim Autofahren, Schatten- oder Doppelbilder
- Müde Augen und Kopfschmerzen durch Anstrengung
- Große Mühe beim Sehen in der Dunkelheit
- Konzentrationsprobleme beim Lesen, am Telefon, beim Lernen oder bei der Arbeit
- Unbewusstes Zusammenkneifen der Augen
- Bei starkem Astigmatismus beeinträchtigte Tiefenwahrnehmung, mit möglichen Gleichgewichtsproblemen beim Treppensteigen oder in bewegten Umgebungen

## Diagnose und Behandlung
Die Diagnose beginnt mit den Beschwerden und wird mit Untersuchungen gesichert:
- Keratometrie
- Refraktionsbestimmung
- Prüfung der Sehschärfe

Behandlung je nach Stärke:
- Zunächst Brille oder Kontaktlinsen.
- Bei starkem Astigmatismus Augenlaserbehandlung: iLASIK, No Touch Laser oder PRK.
- Operation mit einer phaken Intraokularlinse.
- Intraokularlinse.
- Torische trifokale Intraokularlinsen, die den Astigmatismus ausgleichen.

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## Häufig gestellte Fragen

**F: Muss die Astigmatismus-Brille ständig getragen werden?**
A: Manche Menschen mit leichtem Astigmatismus kommen ohne ganztägiges Tragen zurecht. Beim Autofahren, bei langer Bildschirmarbeit oder bei Kopfschmerzen und müden Augen ist regelmäßiges Tragen angenehmer. Den besten Plan legt die Augenuntersuchung fest.

**F: Nimmt der Astigmatismus zu, wenn ich keine Brille trage?**
A: In der Regel nicht unmittelbar. Beschwerden wie verschwommenes Sehen, müde Augen und Kopfschmerzen können aber bestehen bleiben. Verändert sich die Stärke, ist eine ärztliche Abklärung der Ursachen nötig.

**F: Was sind die häufigsten Anzeichen?**
A: Verschwommenes Sehen in Ferne und Nähe, Schatten- oder Doppelbilder, müde Augen, Kopfschmerzen und besonders Schwierigkeiten beim Sehen in der Dunkelheit.

**F: Schreitet Astigmatismus fort?**
A: Die Werte können sich mit der Zeit verändern, besonders bei Keratokonus kann eine Zunahme auftreten. Deshalb sind regelmäßige Untersuchungen wichtig.

**F: Sind Kontaktlinsen oder eine Brille besser?**
A: Beide können den Astigmatismus ausgleichen. Eine Brille ist praktisch und sicher, torische Kontaktlinsen bieten manchen ein größeres Sehfeld. Die Wahl richtet sich nach dem Aufbau des Auges und der Lebensweise.

**F: Lässt sich Astigmatismus mit Laser vollständig beheben?**
A: Bei manchen kann der Laser den Astigmatismus verringern oder ausgleichen, aber nicht jeder ist geeignet. Beurteilt werden Aufbau der Hornhaut, Stabilität der Werte und Trockenheit des Auges. Wer nicht geeignet ist, hat andere Möglichkeiten.

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## Quellen
- American Academy of Ophthalmology (zur Frage, ob das Weglassen der Brille den Astigmatismus verstärkt)
