# Was ist diabetische Retinopathie?

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**Autor:** Kudret Augen İstanbul | **Medizinische Prüfung:** Op. Dr. Mehmet Ali Özdil | **Datum:** 2026-09-12

> **Zusammenfassung:** Die diabetische Retinopathie ist die häufigste Ursache für Sehverlust bei Diabetes: Der erhöhte Blutzucker schädigt die feinen Gefäße und Nerven der Netzhaut. Sie verursacht im frühen Stadium meist keine Beschwerden, deshalb sind regelmäßige Augenuntersuchungen entscheidend, um mit früher Behandlung eine Erblindung zu verhindern.

## Auf einen Blick

- **Ursache:** Schäden an den Netzhautgefäßen durch erhöhten Blutzucker
- **Risiko:** steigt innerhalb von zehn Jahren nach der Diabetes-Diagnose; bei jungen Menschen mit Typ-1-Diabetes nach der Pubertät höher
- **Stadien:** drei (Hintergrundretinopathie, präproliferative, proliferative Retinopathie)
- **Frühstadium:** meist ohne Beschwerden
- **Kontrollen:** ohne Retinopathie meist einmal im Jahr, bei Fortschreiten häufiger
- **Behandlung:** Laser, operative Eingriffe, Injektionen in das Auge (Anti-VEGF wie Avastin, bestimmte Steroide)
- **Heilung:** nicht vollständig, mit früher Diagnose lässt sich eine Erblindung in den allermeisten Fällen verhindern

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## Was ist diabetische Retinopathie?

Diabetes (Diabetes mellitus: Typ 1, Typ 2, Schwangerschaftsdiabetes) ist eine chronische Erkrankung und entsteht, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht genug Insulin herstellt oder der Körper es nicht richtig nutzen kann; der Blutzucker steigt. Das schädigt die Nerven des Auges und die feinen Gefäße der Netzhaut. Die dadurch entstehenden Netzhautveränderungen heißen diabetische Retinopathie. Menschen mit Diabetes haben außerdem häufiger Katarakt und andere Augenprobleme. Ausgewogene, regelmäßige Ernährung hilft, Diabetes vorzubeugen.

## Zeichen

Im frühen Stadium meist keine Beschwerden. Häufige Zeichen:
- Verschwommenes Sehen
- Mit der Zeit nachlassendes Sehen
- Umherschwimmende Formen und Punkte im Gesichtsfeld (Mouches volantes)
- Plötzlicher Sehverlust
- Schwierigkeiten beim Sehen in der Dunkelheit

Ohne Zeitverlust zur Augenärztin oder zum Augenarzt bei plötzlicher Zunahme von Mouches volantes, Lichtblitzen, einem Schatten wie ein Vorhang über dem Sichtfeld oder plötzlichem Sehverlust.

## Stadien

- **Stadium 1 (Hintergrundretinopathie):** geringer Gefäßschaden mit kleinen Mikroaneurysmen; Sehverlust selten; keine Behandlung nötig, aber Maßnahmen gegen das Fortschreiten. Sind beide Augen betroffen, sinkt die Sehqualität stärker.
- **Stadium 2 (präproliferative Retinopathie):** Schäden, die zu Blutungen in Netzhaut und Augeninnerem führen können; das Sehen wird stärker beeinträchtigt.
- **Stadium 3 (proliferative Retinopathie):** krankhafte neue Blutgefäße in der Netzhaut, schwere Blutungen, mögliche Netzhautablösung; Sehverlust sehr wahrscheinlich; Ziel ist, das vorhandene Sehen zu erhalten.

## Diagnose

Nach der Diabetes-Diagnose sind regelmäßige augenärztliche Untersuchungen bei erweiterter Pupille nötig; sie sind schmerzfrei. Bei ausgeprägter Retinopathie oder diabetischem Makulaödem kann eine Fluoreszeinangiografie den Zustand der Gefäße zeigen und blutende Gefäße sowie betroffene Bereiche erkennen lassen.

## Behandlung

Frühe Behandlung, laufende Beobachtung und eine sorgfältige Einstellung des Blutzuckers können das Fortschreiten aufhalten; unbehandelt droht mit der Zeit eine Erblindung. Bei Verschlechterung des Sehens in fortgeschrittenen Stadien wird sofort behandelt:

- **Laserbehandlungen:** verhindern die Bildung neuer, undichter Blutgefäße und damit weiteren Schaden
- **Operative Eingriffe:** je nach Befund
- **Injektionen in das Auge:** Anti-VEGF-Präparate (Avastin) und bestimmte Steroide verlangsamen die Erkrankung
