# Was ist ein Nävus am Auge?

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**Autor:** Kudret Augen İstanbul | **Medizinische Prüfung:** Op. Dr. Mehmet Ali Özdil | **Datum:** 2026-09-12

> **Zusammenfassung:** Ein Nävus am Auge ist eine pigmentierte, in den allermeisten Fällen gutartige Veränderung aus Melanozyten, ähnlich einem Muttermal der Haut. Er verursacht meist keine Beschwerden, sollte aber regelmäßig augenärztlich mit Fotos kontrolliert werden, weil er sich sehr selten in ein Melanom des Auges verwandeln kann.

## Auf einen Blick

- **Was:** Ansammlung pigmentbildender Zellen (Melanozyten), nicht ansteckend, keine Infektion
- **Formen:** Bindehautnävus (häufigste Form), Irisnävus, Aderhautnävus
- **Beschwerden:** meist keine
- **Risiko:** sehr selten Übergang in ein Melanom des Auges
- **Kontrolle:** Untersuchung mit Fotodokumentation, bei Bedarf OCT und Ultraschall
- **Behandlung:** meist keine; Bindehautnävi können operativ entfernt werden; Tropfen oder Medikamente wirken nicht

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## Formen nach Lage

- **Bindehautnävus (Konjunktivanävus):** auf der dünnen Haut über dem Weißen des Auges, im Spiegel sichtbar; braun, hellbraun oder fast farblos, teils mit kleinen zystischen Strukturen.
- **Irisnävus:** dunkler Punkt oder Fleck auf der Iris.
- **Aderhautnävus (Choroidalnävus):** in der Gefäßschicht unter der Netzhaut, von außen nicht sichtbar, meist zufällig bei der Untersuchung des Augenhintergrunds entdeckt.
- Auch auf der Haut des Augenlids können Muttermale auftreten.

## Ursachen

Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Viele Nävi sind angeboren oder werden in Kindheit und Pubertät deutlicher. Mögliche Faktoren:

- **Genetische Veranlagung:** viele Muttermale in der Familie oder am eigenen Körper
- **UV-Strahlung:** langes, ungeschütztes Sonnenlicht wird vermutet
- **Hormonelle Phasen:** in Pubertät und Schwangerschaft können Nävi dunkler werden

## Symptome

Meist keine: kein Schmerz, kein Juckreiz, keine Rötung, kein Sehverlust. Rötung, Tränen oder Brennen gehen meist auf ein anderes Augenproblem zurück, das gesondert abgeklärt werden sollte.

## Warnzeichen

- Der Nävus wird größer oder wölbt sich vor
- Er wird dunkler, heller oder ungleichmäßig gefärbt
- Form oder Ränder verändern sich
- Neue Blutgefäße auf oder um den Nävus
- Verschwommenes oder verändertes Sehen
- Lichtblitze oder schwebende Punkte (Mouches volantes)

Bei diesen Zeichen oder einem neu entdeckten Fleck nicht bis zur nächsten Kontrolle warten, sondern zeitnah augenärztlich untersuchen lassen.

## Diagnose und Kontrolle

Bindehaut- und Irisnävi werden mit der Spaltlampe (Biomikroskop) untersucht, Aderhautnävi bei mit Tropfen erweiterter Pupille am Augenhintergrund. Bei der ersten Untersuchung wird der Nävus fotografiert; spätere Aufnahmen werden damit verglichen. Die Kontrollabstände legt die Ärztin oder der Arzt nach Lage und Merkmalen fest.

- **Fotodokumentation:** Vergleich von Größe und Farbe im Zeitverlauf
- **Optische Kohärenztomografie (OCT):** zeigt bei Aderhautnävi die Netzhautschicht darüber und Flüssigkeitsansammlungen
- **Ultraschall des Auges:** misst die Dicke von Aderhautnävi

Bei entfernten Nävi stellt die pathologische Untersuchung die endgültige Diagnose.

## Behandlung

Bei gutartig aussehenden, unveränderten Nävi genügen regelmäßige Kontrollen mit Fotos. Bindehautnävi können operativ entfernt werden, wenn:

- sich ein verdächtiger Befund zeigt (Wachstum, veränderte Farbe oder Form)
- der Nävus ästhetisch stört
- er Reizungen oder Beschwerden verursacht

Dabei wird der Nävus mit einem kleinen Saum gesunden Gewebes entfernt und pathologisch untersucht. Iris- und Aderhautnävi werden in der Regel nicht entfernt, sondern kontrolliert; bei Verdacht auf eine bösartige Veränderung erfolgt eine Überweisung. Eine Sonnenbrille mit UV-Schutz hilft, die Augen zu schützen.

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## Häufig gestellte Fragen

**F: Ist ein Nävus am Auge gefährlich?**
A: Die große Mehrheit ist gutartig und beeinträchtigt das Sehen nicht. Weil sehr selten ein Melanom entstehen kann, wird eine regelmäßige Kontrolle empfohlen.

**F: Verschwindet ein Nävus von selbst?**
A: In der Regel nicht; er kann jahrelang gleich aussehen, in Pubertät oder Schwangerschaft aber dunkler werden. Auch das sollte beurteilt werden.

**F: Muss ein Nävus entfernt werden?**
A: Meist nicht. Bindehautnävi können bei verdächtigem Befund oder auf ästhetischen Wunsch entfernt werden; das Gewebe wird pathologisch untersucht.

**F: Kann aus einem Nävus Krebs werden?**
A: Das ist sehr selten. Wachstum, Farb- oder Formveränderung, neue Blutgefäße oder ein verändertes Sehen sollten sorgfältig abgeklärt werden.

**F: Helfen Tropfen oder Medikamente?**
A: Nein. Ein Nävus ist keine Infektion, sondern ein Fleck aus angesammelten Pigmentzellen. Wenn nötig, werden Bindehautnävi operativ entfernt; bei Nävi im Augeninneren wird bei Verdacht auf eine bösartige Veränderung eine weiterführende Behandlung geplant.
