# Was ist Morbus Behçet?

Quellseite: https://www.kudretgozistanbul.com/de/blog/augenkrankheiten/was-ist-morbus-behcet

**Autor:** Kudret Augen İstanbul | **Medizinische Prüfung:** Op. Dr. Mehmet Ali Özdil | **Datum:** 2026-09-11

> **Zusammenfassung:** Morbus Behçet ist eine chronische, in Schüben verlaufende Erkrankung mit Gefäßentzündung, die Mund, Genitalbereich, Haut, Gelenke und die Augen betrifft; am Auge kann sie Uveitis und retinale Vaskulitis mit dem Risiko bleibenden Sehverlusts verursachen. Die Diagnose wird klinisch gestellt, behandelt wird nach den jeweiligen Beschwerden.

## Auf einen Blick

- **Beschrieben:** 1937 von Prof. Dr. Hulusi Behçet
- **Ursache:** nicht vollständig geklärt; autoinflammatorische Vaskulitis, genetische Veranlagung über HLA-B51
- **Häufigstes Alter:** zwischen 20 und 40 Jahren; bei Kindern und älteren Menschen seltener
- **Verbreitung:** besonders Türkei, Mittelmeerländer, Japan; kommt bei beiden Geschlechtern vor, bei Männern häufiger und schwerer
- **Diagnose:** klinisch, kein spezifischer Labortest
- **Behandlungsdauer:** legt der Arzt je nach Organbeteiligung und Krankheitsverlauf fest
- **Ansteckend:** nein

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## Was ist Morbus Behçet?

Der Körper richtet sich gegen eigenes Gewebe und bildet an bestimmten Stellen Läsionen. Genetische und umweltbedingte Faktoren wirken zusammen; besonders bei Trägern von HLA-B51 ist die Wahrscheinlichkeit höher, und bakterielle oder virale Infektionen können bei Veranlagung den Ausbruch begünstigen. Die Erkrankung ist chronisch, verläuft in Schüben mit Phasen, in denen die Beschwerden nachlassen, und kann im weiteren Verlauf Herz, Gefäße, Lunge, Gelenke, Verdauungssystem, Nieren und Nervensystem betreffen.

## Zeichen

Die Beschwerden beginnen meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr und flammen in manchen Phasen auf, in anderen lassen sie nach.

- **Aphthen im Mund:** schmerzhafte Ulzera an Wange, Gaumen, Zahnfleisch, Lippe und Mandeln; zunächst eine Erhebung, dann ein Ulkus; heilen meist innerhalb von einer bis drei Wochen, bei den meisten ohne Narbe.
- **Genitale Läsionen:** kehren sehr häufig wieder; bei etwa 70 Prozent bleibt eine Narbe. Bei Männern am häufigsten am Hodensack, bei Frauen an Vulva oder Vagina.
- **Haut:** rote, erhabene, druckempfindliche Läsionen, teils akneähnlich.
- **Gelenke:** Gelenkentzündung bei etwa der Hälfte der Betroffenen, vor allem Knie, dazu Hand- und Sprunggelenke, Ellenbogen.
- **Auge:** Uveitis und retinale Vaskulitis; Rötung, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen, schwebende Punkte; oft beide Augen.
- Weitere mögliche Zeichen: Gefäßentzündungen, Beteiligung des zentralen Nervensystems.

## Augenbeteiligung

Wiederholte Schübe können zu bleibendem Sehverlust führen. Deshalb sollten alle mit der Diagnose auch ohne Beschwerden regelmäßig zur Augenuntersuchung gehen. Die Behandlung planen Augenarzt und Rheumatologe gemeinsam: im Schub kortisonhaltige Augentropfen, bei Bedarf Medikamente, die das Immunsystem regulieren.

## Diagnose

Klinisch, gestützt auf die Krankengeschichte; die Mundgeschwüre (Aphthen) sollten innerhalb von zwölf Monaten mindestens dreimal aufgetreten sein. Bildgebung und Computertomografie prüfen eine Organbeteiligung. Weil die Beschwerden anderen Erkrankungen ähneln, dauert die Diagnose oft.

## Behandlung

- Kein eigenes Verfahren, da die Ursache nicht vollständig bekannt ist; behandelt wird nach Beschwerden, betroffenen Organen und Zahl der Läsionen.
- Aphthen: antiseptische Spülungen, kortisonhaltige Salben.
- Medikamente nur unter ärztlicher Kontrolle, regelmäßig fortführen; die Dauer richtet sich nach Schüben, beschwerdefreien Phasen, Organbeteiligung und Verlauf; nach Besserung kann die Behandlung beendet werden, die Befunde werden weiter beobachtet.

Morbus Behçet wird nicht durch Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen und nicht direkt vererbt; eine genetische Veranlagung wie HLA-B51 erhöht jedoch das Risiko.
