# Was ist Nachtblindheit?

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**Autor:** Kudret Augen İstanbul | **Medizinische Prüfung:** Op. Dr. Mehmet Ali Özdil | **Datum:** 2026-09-13

> **Zusammenfassung:** Nachtblindheit ist keine eigene Krankheit, sondern ein Zeichen mit verschiedenen Ursachen; eine der bekanntesten ist die erbliche Retinitis pigmentosa, bei der zuerst die Stäbchenzellen der Netzhaut verloren gehen. Ob sie behandelbar ist, hängt von der Ursache ab.

## Kurzfakten
- **Häufige Ursachen:** erbliche Netzhauterkrankungen (Retinitis pigmentosa), Vitamin-A-Mangel, starke Kurzsichtigkeit, Katarakt
- **Diagnose:** Gesichtsfeldtest und ERG
- **Behandelbar:** Nachtblindheit durch Vitamin-A-Mangel oder Grauen Star
- **Retinitis pigmentosa:** keine Heilung; Gentherapie nur für die Form mit Mutation im RPE65-Gen zugelassen

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## Was ist Nachtblindheit?
Sie entsteht, wenn die Zellen der Netzhaut, die Licht wahrnehmen und an den Sehnerv weiterleiten, geschädigt werden oder sich verändern. Bei der Retinitis pigmentosa gehen zuerst die Stäbchenzellen (Sehen in der Nacht) verloren, später auch die Zapfenzellen (Sehen am Tag); in den letzten Phasen lässt sich der Alltag nicht mehr bewältigen, und es kommt zum Sehverlust.
- Erblich; Ehen unter Verwandten erhöhen das Risiko, die Erkrankung kann von Mutter oder Vater an das Kind weitergegeben werden.
- Das Erkrankungsalter ist unterschiedlich, auch ein Beginn in sehr jungen Jahren ist möglich.
- Manche erbliche Unterformen treten bei Männern häufiger oder stärker auf.
- Der Verlauf ist individuell und richtet sich unter anderem nach der Familiengeschichte; bei manchen kommt es im fortgeschrittenen Stadium zu schwerem Sehverlust, bei anderen nicht; eine vollständige Erblindung ist selten.

## Ursachen
- Erbliche Netzhauterkrankungen wie die Retinitis pigmentosa
- Vitamin-A-Mangel (nach manchen Fachleuten bei starkem Mangel)
- Starke Kurzsichtigkeit
- Katarakt

Für die Diagnose sind eine fachärztliche Untersuchung und die Familiengeschichte wichtig.

## Zeichen
- Schlechteres Sehen in der Nacht als erstes Zeichen, manchmal ohne Untersuchungsbefund
- Deutlich verlängerte Anpassung beim Wechsel von hell nach dunkel
- Sehr enges Gesichtsfeld (Sehen wie durch ein Fernrohr), Bereiche neben dem Zentrum dunkel oder nicht sichtbar
- Sehr starke Lichtempfindlichkeit
- In der Nacht deutlich weniger Sehen als am Tag
- In fortgeschrittenen Phasen auch schlechteres Sehen am Tag; in den letzten Phasen kann das zentrale Sehen verloren gehen

## Diagnose
- **Gesichtsfeldtest:** Misst mit Gegenständen und Licht, wie gut Bereiche außerhalb des Zentrums wahrgenommen werden; ohne Betäubung oder Mittel, schmerzfrei.
- **ERG:** Elektroden um das Auge und im Gesicht messen; ein sehr leichter Schmerz ist möglich. Es gibt zwei Arten für unterschiedliche Zwecke.
- Ist die Erkrankung in der Familie bekannt, lässt sie sich damit schon früh feststellen.

## Behandlung
- **Vitamin-A-Mangel:** Der Mangel wird ausgeglichen.
- **Grauer Star:** Er wird operativ entfernt.
- **Retinitis pigmentosa:** Keine Heilung. Nur für die erbliche Form mit Mutation im RPE65-Gen ist eine Gentherapie zugelassen; für die übrigen Formen wird an Gentherapie und Netzhautimplantaten geforscht, für Menschen in der letzten Phase auch am bionischen Auge.
- Folgeerkrankungen wie Katarakt oder Makulaödem sind behandelbar, daher sind regelmäßige Kontrollen wichtig.
- Tabak und Alkohol meiden; ausgewogene Ernährung mit Vitamin A und Antioxidantien, hoch dosierte Präparate nur unter ärztlicher Kontrolle.
- Alternative Wege wie Eingriffe an den Gefäßen, Akupunktur oder pflanzliche Mittel haben laut Seite keine Wirkung.

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## Häufig gestellte Fragen

**F: Führt Nachtblindheit immer zur Erblindung?**
A: Nein, der Verlauf ist unterschiedlich. Bei manchen bleibt ein begrenztes Sehvermögen ein Leben lang erhalten.

**F: Gibt es eine Behandlung?**
A: Das hängt von der Ursache ab. Nachtblindheit durch Vitamin-A-Mangel oder Grauen Star ist behandelbar. Für die Retinitis pigmentosa gibt es keine Heilung; nur für die Form mit Mutation im RPE65-Gen ist eine Gentherapie zugelassen, für die übrigen Formen wird weiter geforscht.

**F: In welchem Alter beginnt Nachtblindheit?**
A: Je nach erblicher Form in der Kindheit oder im jungen Erwachsenenalter.

**F: Wirkt sich die Ernährung auf den Verlauf aus?**
A: Eine ausgewogene Ernährung mit Vitamin A und Antioxidantien wird empfohlen, ist aber keine sichere Behandlung.

**F: Darf jemand mit Nachtblindheit Auto fahren?**
A: Wenn das Sehen am Tag ausreicht, ja; vom Fahren in der Dunkelheit und in der Nacht wird abgeraten.
