
Muss man eine Fernbrille immer tragen?
- Kudret Augen Istanbul
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- Medizinisch geprüft von Op. Dr. Mehmet Ali Özdil
Ob Sie Ihre Fernbrille immer tragen müssen, hängt von Ihren Dioptrienwerten und Ihrem Alltag ab. Bei leichter Kurzsichtigkeit (Myopie) reicht die Brille oft beim Autofahren, im Unterricht oder beim Fernsehen; bei mittlerer und starker Kurzsichtigkeit wird sie meist den ganzen Tag getragen. Die Entscheidung trifft Ihr Arzt nach der Untersuchung.
Wer kurzsichtig ist und entfernte Dinge nur unscharf sieht, braucht in der Regel eine Fernbrille. Viele fragen sich jedoch: Muss die Brille ständig getragen werden oder nur bei Bedarf?
Was ist eine Fernbrille?
Eine Fernbrille ist eine nach Ihren Werten angefertigte Brille, mit der Sie bei Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit entfernte Dinge scharf sehen. Am häufigsten wird sie bei Kurzsichtigkeit (unscharfes Sehen in der Ferne) eingesetzt. Sie kann aber auch bei anderen Sehfehlern wie einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) verordnet werden.
Bei Kurzsichtigkeit wird das Licht vor der Netzhaut gebündelt, deshalb erscheinen entfernte Bilder verschwommen. Kurzsichtige beschreiben ihr Sehen daher als Schärfeverlust in der Ferne. Die Brillengläser sorgen dafür, dass das Licht auf der Netzhaut gebündelt wird, und das Bild wird scharf.
Manche tragen ihre Fernbrille nur bei bestimmten Tätigkeiten, andere den ganzen Tag. Das entscheidet Ihr Arzt anhand Ihrer Werte und Ihres Alltags.
Wer braucht eine Fernbrille?
Eine Fernbrille wird am häufigsten bei Kurzsichtigkeit verordnet; sie kann aber auch bei Hornhautverkrümmung und bei stärkerer Weitsichtigkeit (Hyperopie) nötig sein.
Eine Hornhautverkrümmung beeinträchtigt nicht nur das Sehen in die Ferne, sondern auch in die Nähe, und kann Bilder schattig, verschwommen oder doppelt erscheinen lassen. Man unterscheidet geringe (unter 0,75), mittlere (0,75-2,00) und hohe (über 2,00) Hornhautverkrümmung. Bei geringen Werten ist eine Brille meist nicht nötig; bei Beschwerden empfiehlt Ihr Arzt eine. Ob eine Brille bei Hornhautverkrümmung ständig getragen werden muss, behandeln wir in einem eigenen Beitrag.
Bei leichter Weitsichtigkeit sieht man in die Ferne meist scharf; mit steigenden Werten wird auch das Sehen in die Ferne unscharf. Dann kann Ihr Arzt auch für die Ferne eine Brille empfehlen.
Fernbrille ständig oder nur bei Bedarf tragen?
Auf die Frage, ob eine Fernbrille immer getragen werden sollte, gibt es keine Antwort, die für alle gilt, denn der Bedarf ist individuell. Einige allgemeine Richtwerte gibt es dennoch.
| Situation | Brillennutzung |
|---|---|
| Leichte Kurzsichtigkeit | Oft nur für Tätigkeiten, die gutes Sehen in die Ferne erfordern (Autofahren, Unterricht, Fernsehen) |
| Mittlere und starke Kurzsichtigkeit | Meist den ganzen Tag |
| Geringe Hornhautverkrümmung (unter 0,75) | Meist nicht nötig; bei Beschwerden empfiehlt der Arzt eine Brille |
| Kinder | Regelmäßig, wie vom Arzt empfohlen |
Es hängt vom Grad der Kurzsichtigkeit ab
Leichte Kurzsichtigkeit (zum Beispiel Werte bis etwa -1,00 Dioptrien): Diese Menschen brauchen die Brille meist nur beim Autofahren, in Vorlesungen, im Kino oder beim Fernsehen oder bei anderen Tätigkeiten, die gutes Sehen in die Ferne erfordern. Zu Hause oder bei kurzen Spaziergängen kommen sie oft ohne Brille aus.
Mittlere und starke Kurzsichtigkeit (mit steigenden Werten, meist über -3,00 Dioptrien): Für diese Menschen ist die Brille oft ein ständiger Begleiter. Ohne Brille ist die Sehqualität deutlich schlechter, und alltägliche Tätigkeiten können schwerfallen.
Auch der Lebensstil spielt eine Rolle
Manche Berufe und Tätigkeiten erfordern viel Sehen in die Ferne, zum Beispiel:
- Autofahren
- Unterrichten
- Beim Sport das Geschehen in der Ferne verfolgen
- Präsentationen oder Konferenzen folgen
- Arbeiten im Freien
In solchen Situationen ist es für Sicherheit und Leistung wichtig, die Fernbrille regelmäßig zu tragen.
Was passiert, wenn man die Fernbrille nicht trägt?
Wenn Sie Ihre Fernbrille nicht tragen, verschlechtern sich Ihre Werte dadurch nicht. Weil Sie aber nicht scharf sehen, kann das Ihren Alltag und Ihre Sicherheit beeinträchtigen. Bei geringen Werten ist dieser Effekt meist begrenzt; bei mittleren und hohen Werten können folgende Probleme auftreten:
- Müde Augen und Kopfschmerzen: Lange unscharf zu sehen und die Augen zusammenzukneifen, um schärfer zu sehen, kann zu müden Augen und Kopfschmerzen führen.
- Sicherheitsrisiko: Beim Autofahren ist Ihre Fernbrille wichtig für Ihre Sicherheit. Wenn Ihr Führerschein eine Brille vorschreibt, tragen Sie sie bei jeder Fahrt.
- Konzentrationsprobleme: Wer Schrift, Schilder oder Bildschirme in der Ferne nicht erkennt, kann sich schlechter konzentrieren.
- Schatten oder Doppelbilder: Vor allem bei Hornhautverkrümmung können Bilder durch die Unschärfe schattig oder doppelt erscheinen.
Verschlechtert eine Brille die Augen oder stoppt sie die Verschlechterung?
Eine Brille mit den richtigen Werten verschlechtert Ihre Augen nicht, sie hält aber auch nicht auf, dass Ihre Werte steigen. Sie gleicht lediglich Ihre aktuellen Werte aus, damit Sie scharf sehen.
Macht eine Brille die Augen faul?
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass eine Brille die Augen „faul“ macht oder die Werte steigen lässt. Das stimmt nicht. Eine Brille mit den richtigen Werten macht die Augen nicht faul und führt nicht dazu, dass sich die Werte verschlechtern. Deshalb wird empfohlen, die Fernbrille regelmäßig zu tragen, wenn Ihr Arzt es für sinnvoll hält.
Stoppt eine Brille den Anstieg der Werte?
Nein, eine Brille hält den Anstieg der Werte nicht auf; sie gleicht nur die aktuellen Werte aus, damit Sie scharf sehen. Beim Fortschreiten der Kurzsichtigkeit spielen Faktoren wie Veranlagung, Alter, viel Naharbeit und wenig Zeit bei Tageslicht im Freien eine Rolle. Trotzdem verhindert eine Brille mit den richtigen Werten unnötige Anstrengung der Augen und sorgt im Alltag für angenehmeres Sehen.
Fernbrillen bei Kindern
Bei Kindern ist das regelmäßige Tragen der Fernbrille wichtig für scharfes Sehen und den Schulerfolg. Fehlsichtigkeiten können sich bei Kindern im Wachstum verändern, deshalb sind regelmäßige Kontrollen nötig. Ihr Arzt prüft zusätzlich Möglichkeiten, das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit zu verlangsamen.
Ein kurzsichtiges Kind, das seine Brille nicht trägt, kann die Tafel und entfernte Schrift nicht scharf sehen. Das kann zu Schwierigkeiten im Unterricht und zu müden Augen führen. Weitsichtige Kinder dagegen können die Unschärfe mit der Akkommodation des Auges eine Zeit lang ausgleichen; diese ständige Anstrengung kann müde Augen, Kopfschmerzen und Leseprobleme verursachen. Deshalb ist es bei Kindern besonders wichtig, die Empfehlungen des Arztes zu befolgen.
Wie oft sollten die Augen untersucht werden?
Erwachsenen ohne Beschwerden wird eine Augenuntersuchung bis zum 40. Lebensjahr alle 2 Jahre und danach einmal jährlich empfohlen. Bei Brillenträgern und Kindern legt Ihr Arzt den Abstand der Kontrollen fest; wenn sich die Werte ändern oder die Kurzsichtigkeit bei Kindern fortschreitet, wird meist häufiger kontrolliert.
Ihre Werte sind nicht festgeschrieben, sie können sich im Lauf der Zeit ändern. Vor allem in jungen Jahren nimmt Kurzsichtigkeit häufig zu. Lange Bildschirmzeiten verstärken außerdem die Ermüdung der Augen.
Regelmäßige Untersuchungen sorgen dafür, dass Ihre Brille immer zu Ihren aktuellen Werten passt.
Gibt es Alternativen zur Brille?
Wer keine Brille tragen möchte, kann auf Kontaktlinsen ausweichen. Sind Ihre Werte über einen bestimmten Zeitraum, meist mindestens ein Jahr, stabil geblieben, kann ab 18 Jahren eine Laserbehandlung in Betracht kommen; ab 45 werden auch Linsenoptionen geprüft. Ob Sie geeignet sind, entscheidet Ihr Arzt nach der Untersuchung.
Entscheidend ist, dass Sie sich nach der Empfehlung Ihres Augenarztes und den Bedürfnissen Ihrer Augen richten. Die richtige Brille, richtig getragen, verringert die Ermüdung der Augen und sorgt im Alltag für sichereres Sehen. Wenn Sie in der Ferne schlecht sehen oder unsicher sind, wann Sie Ihre Brille tragen sollten, hilft Ihnen eine Augenuntersuchung weiter.
Häufig gestellte Fragen
- 1
Verschlechtern sich meine Werte, wenn ich die Fernbrille nicht trage?
Nein, wenn Sie keine Brille tragen, verschlechtern sich Ihre Werte dadurch nicht. Weil Sie aber nicht scharf sehen, können Ihre Augen ermüden und alltägliche Aufgaben schwerer fallen.
- 2
Kann man mit der Fernbrille ein Buch lesen?
Das hängt von Ihrem Alter und Ihren Werten ab. Jüngere Menschen können mit der Fernbrille meist bequem lesen. Ab etwa 40, wenn das Sehen in der Nähe nachlässt, kann das Lesen mit der Fernbrille schwerer werden; dann kann Ihr Arzt eine zusätzliche Lesebrille oder eine Gleitsichtbrille empfehlen.
- 3
Sollte man die Fernbrille nachts beim Autofahren tragen?
Wenn Ihnen eine Fernbrille verordnet wurde, ist sie beim Autofahren, besonders nachts, wichtig für Ihre Sicherheit. Wenn Ihr Führerschein eine Brille vorschreibt, tragen Sie sie bei jeder Fahrt.
- 4
Soll mein Kind die Fernbrille nur in der Schule oder immer tragen?
Wann Ihr Kind die Brille tragen sollte, legt Ihr Arzt anhand der Werte fest. Allgemein wird empfohlen, sich bei Kindern konsequent an die ärztlich empfohlene Tragweise zu halten.
- 5
Braucht man bei geringer Hornhautverkrümmung eine Brille?
Bei geringer Hornhautverkrümmung (unter 0,75) ist eine Brille meist nicht nötig. Haben Sie Beschwerden wie Kopfschmerzen oder müde Augen, kann Ihr Arzt eine Brille empfehlen.
- 6
Kann man die Fernbrille loswerden?
Ab 18 Jahren kann eine Laserbehandlung in Betracht kommen, wenn Ihre Werte meist seit mindestens einem Jahr stabil sind und Ihre Augen geeignet sind; ab 45 werden auch Linsenoptionen geprüft. Ob Sie geeignet sind, entscheidet Ihr Arzt nach der Untersuchung.



