
Sind Augentropfen schädlich?
- Kudret Augen Istanbul
- Zuletzt aktualisiert:
- 6 Min. Lesezeit
- Medizinisch geprüft von Op. Dr. Mehmet Ali Özdil
Augentropfen sind in der Regel hilfreich, wenn Sie die vom Arzt empfohlenen Tropfen in der richtigen Dosierung und über den richtigen Zeitraum anwenden. Schäden entstehen meist durch unsachgemäße Anwendung: Die häufigsten Risiken sind kortisonhaltige Tropfen, die lange ohne ärztliche Kontrolle genommen werden, Antibiotikatropfen ohne bestehende Infektion und der Dauergebrauch von Tropfen gegen gerötete Augen.
In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Arten von Augentropfen es gibt, wann sie schaden können und wie Sie Ihre Tropfen sicher anwenden.
Was sind Augentropfen und welche Arten gibt es?
Augentropfen sind eine sterile, flüssige Arzneiform, die einen Wirkstoff oder eine befeuchtende Substanz direkt auf die Augenoberfläche bringt. Sie sind so zusammengesetzt, dass sie von der Augenoberfläche gut vertragen werden.
Da Augentropfen den Wirkstoff direkt ins Auge bringen, wirken sie in den meisten Fällen weniger auf den übrigen Körper als Tabletten. Dennoch kann ein Teil des Tropfens über den Tränenkanal in die Nase und von dort ins Blut gelangen. Deshalb können manche Tropfen, etwa bestimmte Glaukomtropfen, Körperfunktionen wie Herzschlag oder Atmung beeinflussen. Informieren Sie Ihren Arzt über alle anderen Medikamente, die Sie einnehmen, und über Ihre Vorerkrankungen.
Augentropfen werden nach ihren Wirkstoffen und ihrem Einsatzzweck in verschiedene Gruppen eingeteilt.
| Art der Tropfen | Wofür sie eingesetzt werden | Mögliches Risiko bei falscher Anwendung |
|---|---|---|
| Künstliche Tränen (befeuchtend) | Trockene Augen | Reizung der Augenoberfläche bei sehr häufiger Anwendung konservierter Tropfen |
| Weißmacher (gefäßverengend) | Vorübergehende Rötung | Bei Langzeitgebrauch stärkere Rötung nach dem Absetzen |
| Antiallergisch | Juckreiz und Tränen durch Allergie | Die eigentliche Ursache des Juckreizes wird bei langer Selbstbehandlung übersehen |
| Antibiotisch | Bakterielle Infektion | Resistente Bakterien bei unnötiger Anwendung |
| Kortisonhaltig | Entzündung | Erhöhter Augeninnendruck, höheres Kataraktrisiko |
| Glaukomtropfen | Senkung des Augeninnendrucks | Anstieg des Augendrucks und Schädigung des Sehnervs bei eigenmächtigem Absetzen |
Wenn Ihre Beschwerden trotz Tropfen anhalten, lassen Sie Ihre trockenen Augen von einem Augenarzt behandeln. Antiallergische Tropfen gegen Juckreiz und Tränen werden bei Erkrankungen wie der allergischen Bindehautentzündung auf ärztlichen Rat angewendet. Sie werden meist gut vertragen, doch Juckreiz und Rötung haben nicht immer eine allergische Ursache. Halten die Beschwerden an, sollte der Grund abgeklärt werden.
Wann können Augentropfen schaden?
Schäden durch Augentropfen entstehen überwiegend durch unsachgemäße Anwendung. Wer rezeptfreie Tropfen bei jeder Rötung oder jedem Trockenheitsgefühl mehrmals täglich nimmt, kann die eigentliche Ursache verdecken und die Augenoberfläche reizen. Wenn Ihre Beschwerden anhalten, gehen Sie zum Augenarzt, statt häufiger zu tropfen.
Augentropfen wirken harmlos, bergen bei falscher Anwendung aber Risiken. Nicht jeder Tropfen, der schnell Linderung bringt, ist auch auf Dauer unbedenklich. Wählen Sie Ihre Augentropfen deshalb nicht auf eigene Faust aus.
Sind kortisonhaltige Augentropfen gefährlich?
Kortisonhaltige Augentropfen sind starke Medikamente, die Entzündungen im Auge unterdrücken und so Rötung und Schmerzen lindern. Weil sie schnell helfen, werden sie oft länger angewendet als vom Arzt empfohlen, und genau in diesem unkontrollierten Gebrauch liegt das größte Risiko.
Werden kortisonhaltige Tropfen lange ohne ärztliche Kontrolle angewendet, können sie den Augeninnendruck erhöhen und das Risiko für einen Grauen Star (Katarakt) steigern. Außerdem können sie manche Augeninfektionen verschlimmern, vor allem solche durch Viren oder Pilze. Ein unbemerkt erhöhter Augendruck kann den Sehnerv dauerhaft schädigen. Deshalb kontrolliert der Arzt bei einer Kortisontherapie regelmäßig den Augeninnendruck.
Wenden Sie kortisonhaltige Augentropfen nur so lange und in der Dosierung an, wie Ihr Arzt es empfiehlt. Beginnen Sie die Behandlung nicht eigenmächtig und verlängern Sie sie nicht. Nach längerer Anwendung sollten Sie die Tropfen nach ärztlicher Anweisung ausschleichen, statt sie plötzlich abzusetzen.
Sind antibiotische Augentropfen schädlich?
Antibiotische Augentropfen wirken gut bei bakteriellen Augeninfektionen. Ein rotes Auge wird aber nicht immer durch Bakterien verursacht; bei Rötungen durch Viren oder Allergien helfen Antibiotika nicht. Unnötig eingesetzte Antibiotika können dazu führen, dass Bakterien resistent werden.
Langfristig kann das bedeuten, dass die Tropfen bei einer echten Infektion nicht mehr wirken. Wenn Ihnen Antibiotikatropfen verschrieben wurden, wenden Sie sie über den gesamten empfohlenen Zeitraum an, auch wenn die Beschwerden schon abgeklungen sind. Bei Brennen oder Ausfluss am Auge gehen Sie zum Arzt, statt selbst mit Antibiotikatropfen zu beginnen.
Sind Augentropfen gegen Rötung schädlich?
Manche Tropfen gegen gerötete Augen, sogenannte Weißmacher, verengen die Blutgefäße im Auge und verringern so die Rötung vorübergehend. Bei längerer Anwendung kann die Rötung nach dem Absetzen stärker zurückkehren. Man spricht dann von einer Rebound-Rötung.
Viele bemerken das nicht, tropfen noch häufiger und geraten in einen Teufelskreis. Diese Tropfen eignen sich in der Regel nur für die kurzfristige Anwendung. Bleibt die Rötung bestehen, lassen Sie die Ursache beim Augenarzt klären, statt mehr Tropfen zu nehmen.
Sind künstliche Tränen schädlich?
Künstliche Tränen sind rezeptfreie Tropfen, die die Augenoberfläche befeuchten. Die meisten Menschen vertragen sie gut, dennoch gibt es einiges zu beachten.
Künstliche Tränen mit Konservierungsmitteln können die Augenoberfläche reizen, wenn sie sehr häufig am Tag angewendet werden. Als Faustregel gilt: Wenn Sie mehr als 4-6 Mal täglich tropfen müssen, kann Ihr Arzt Ihnen ein konservierungsmittelfreies Produkt empfehlen.
Wie wendet man Augentropfen sicher an?
Die richtige Anwendung verringert mögliche Schäden durch Augentropfen deutlich. Die folgenden Schritte verbessern die Wirkung und senken das Risiko von Infektionen und Reizungen:
- Waschen Sie sich vor dem Tropfen die Hände.
- Berühren Sie mit der Flaschenspitze weder Ihr Auge noch Ihre Wimpern oder Finger.
- Überschreiten Sie die vom Arzt empfohlene Dosis und Häufigkeit nicht.
- Wenn Sie mehrere Tropfen anwenden, warten Sie mindestens 5 Minuten, bevor Sie die nächsten Tropfen geben.
- Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, fragen Sie, ob die Tropfen mit Linsen verwendet werden dürfen. Bei vielen Tropfen müssen die Linsen herausgenommen werden, und Sie sollten eine Weile warten, bevor Sie sie wieder einsetzen.
- Teilen Sie Ihre Tropfen mit niemandem.
- Achten Sie auf das Verfallsdatum und verwenden Sie eine geöffnete Flasche nicht länger als auf der Packung oder im Beipackzettel angegeben.
- Setzen Sie verschreibungspflichtige Tropfen, insbesondere Glaukomtropfen, nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab.
- Verwenden Sie betäubende Tropfen aus der Augenuntersuchung niemals zu Hause. Wiederholt angewendet, können sie die Hornhaut schwer schädigen.
Wann sollten Sie zum Augenarzt gehen?
Wenn Brennen, Rötung oder Juckreiz während der Anwendung zunehmen, Ihr Sehen verschwommen wird oder Ihre Beschwerden nach einigen Tagen nicht besser werden, gehen Sie zum Augenarzt, statt die Tropfen eigenmächtig zu wechseln. Bei starken Augenschmerzen, plötzlichem Sehverlust oder Schwellungen an Lid und Gesicht suchen Sie sofort ärztliche Hilfe.
Häufig gestellte Fragen
- 1
Darf ich Augentropfen jeden Tag verwenden?
Die von Ihrem Arzt verordneten Tropfen können Sie über den empfohlenen Zeitraum täglich anwenden. Bevor Sie rezeptfreie Tropfen, besonders Weißmacher, über längere Zeit täglich verwenden, sprechen Sie mit einem Augenarzt.
- 2
Wie oft am Tag darf ich künstliche Tränen verwenden?
Konservierte künstliche Tränen werden meist 4-6 Mal täglich angewendet; halten Sie sich an die Angaben im Beipackzettel. Wenn Sie sie häufiger brauchen, fragen Sie Ihren Arzt nach konservierungsmittelfreien Produkten.
- 3
Wie lange darf ich kortisonhaltige Augentropfen verwenden?
Die Dauer legt Ihr Arzt fest. Beginnen oder verlängern Sie die Anwendung nicht eigenmächtig. Eine lange, unkontrollierte Anwendung kann den Augeninnendruck erhöhen und das Kataraktrisiko steigern.
- 4
Wie lange ist eine geöffnete Flasche Augentropfen haltbar?
Halten Sie sich an die Angabe auf der Packung oder im Beipackzettel. Die meisten Mehrdosisflaschen werden nach dem Öffnen in der Regel innerhalb von etwa 4 Wochen aufgebraucht; Einzeldosisbehältnisse werden nach dem Öffnen nicht aufbewahrt.
- 5
Kann ich Augentropfen mit Kontaktlinsen verwenden?
Manche Tropfen können mit Linsen verwendet werden, bei anderen müssen die Linsen herausgenommen werden. Bei Tropfen, die nicht ausdrücklich für Kontaktlinsen geeignet sind, nehmen Sie die Linsen heraus und warten meist etwa 15 Minuten, bevor Sie sie wieder einsetzen. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach Ihren Tropfen.
- 6
Ist Brennen nach dem Tropfen normal?
Manche Tropfen verursachen nach dem Eintropfen ein leichtes Brennen oder Stechen, das einige Sekunden bis wenige Minuten anhält; das ist meist harmlos. Wird das Brennen stärker oder hört es nicht auf, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie weiter tropfen.



