
Was ist die Augenlinse?
- Kudret Augen Istanbul
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- Medizinisch geprüft von Op. Dr. Mehmet Ali Özdil
Welche Aufgabe hat die Augenlinse?
Die Aufgabe der Augenlinse ist für das Leben sehr wichtig. Sie nimmt das einfallende Licht auf, bündelt es und leitet es an die Netzhaut im hinteren Abschnitt des Auges weiter. Um auf Gegenstände in verschiedenen Entfernungen scharf zu stellen, kann sie sich dehnen und ihre Form geringfügig verändern. Um Licht aus verschiedenen Winkeln und Entfernungen auf einen Punkt zu bündeln, wird sie flacher oder stärker gewölbt. Sie nimmt die feinen Anpassungen beim Scharfstellen über ihre Form vor und leitet das aufgenommene Licht zuverlässig an die dahinterliegenden Bereiche weiter. Die Augenlinse übernimmt etwa 30 Prozent der Brechkraft des Auges. Die Hornhaut ist für die übrigen 70 Prozent zuständig.
Aufbau der Augenlinse
Die Augenlinse ist ihrem Aufbau nach klar. Sie liegt hinter dem dunklen Punkt in der Mitte der farbigen Regenbogenhaut, der Pupille. Die Pupille lässt Licht in das Auge. Ist das Licht sehr hell, wird sie kleiner und sorgt für schärferes Sehen. Bei gedämpftem Licht weitet sie sich, damit mehr Licht einfällt. Die Regenbogenhaut regelt dabei die Größe der Pupille und steuert die Menge des einfallenden Lichts. Das Licht, das von der Pupille zur Augenlinse gelangt, wird über die Linse auf die dahinterliegende Netzhaut geworfen. Die Augenlinse ist damit die zweite Schicht, die das Licht lenkt. Diese klare und dehnbare Linse wird über Fasern, die Zonulafasern, an den Ziliarmuskeln gehalten. Diese Muskeln helfen dabei, die Form der Linse einzustellen. Durch ihr Anspannen und Entspannen wird die Linse stärker gewölbt oder flacher. So fällt das Scharfstellen auf nahe und entfernte Gegenstände leichter. Diese Linse aus Strukturproteinen wird manchmal auch als kristalline Linse bezeichnet. Von allen Geweben des Körpers hat sie den höchsten Eiweißanteil. Diese Proteine verleihen ihr die Klarheit. Anders als übliche Körperzellen enthält sie weder Zellkern noch Organellen. Deshalb werden die Fasern im Inneren der Linse nicht erneuert; nur die dünne Epithelschicht am Rand bildet lebenslang neue Fasern. Die Zellen der Augenlinse sind in konzentrischen Schichten angeordnet. Während im Laufe des Lebens neue Zellen am Rand der Linse hinzukommen, sammeln sich die älteren in der Mitte. So lagern sich in der Linse alte und verbrauchte Zellen an. Daraus entstehen bestimmte Augenerkrankungen.
Erkrankungen der Augenlinse
Erkrankungen der Augenlinse treten meist mit dem Alter auf, denn die alten Zellen, die sich in der Mitte sammeln, bringen Beschwerden mit sich. Durch das Alter und durch Einflüsse wie starke Sonneneinstrahlung verändert sich der Aufbau der Linse. Ihre Zellen beginnen sich aufzulösen, und sie verliert ihre Klarheit. Genau dann entsteht ein Katarakt. Mit dem Alter verliert die Linse außerdem ihre Elastizität. Sie kann sich nicht mehr ausreichend verformen, um auf nahe Gegenstände scharf zu stellen; das ist die Alterssichtigkeit (Presbyopie). Davon zu unterscheiden ist der Katarakt: Weil sich die alten Zellen in der Mitte sammeln, lagert sich dort Eiweiß ab, und die Linse trübt sich ein.Zeichen von Erkrankungen der Augenlinse
Die Zeichen unterscheiden sich je nach Erkrankung. Beim Katarakt macht sie sich vor allem durch verschwommenes Sehen bemerkbar. Trübes oder verschwommenes Sehen gehört zu den häufigsten Zeichen. Die Sehqualität lässt deutlich nach, und die Trübung breitet sich meist von einer Stelle über das gesamte Blickfeld aus. Von außen betrachtet zeigt sich die Trübung an der Pupille. Die sonst schwarze Pupille wirkt grau oder weiß. Das tritt nicht plötzlich auf, sondern wird mit dem Fortschreiten des Katarakts deutlicher. Manche Babys kommen mit einem Katarakt zur Welt. Die Ursachen sind genetisch bedingt oder hängen mit dem Zustand der Mutter in der Schwangerschaft und mit durchgemachten Infektionen zusammen. Am deutlichsten erkennt man einen angeborenen Katarakt an der Farbveränderung der Pupille.Behandlung von Erkrankungen der Augenlinse
Die Behandlung richtet sich nach der Person und nach der Erkrankung. Katarakt und Brechungsfehler werden je nach Art behandelt. Beim Katarakt kommt die Kataraktoperation infrage, bei Sehfehlern eine Brille, Kontaktlinsen oder eine Laserbehandlung. In manchen Fällen wird anstelle der eigenen Linse eine künstliche eingesetzt. Zu den Möglichkeiten bei Erkrankungen der Augenlinse gehören:- Augenlaseroperationen
- Linsenoperationen
- Kontaktlinsen und Brille
Häufig gestellte Fragen
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Wo liegt die Augenlinse und was tut sie?
Die Augenlinse ist eine klare Struktur, die zwischen der farbigen Regenbogenhaut im vorderen Abschnitt und dem Glaskörper im hinteren Abschnitt liegt. Sie bricht das Licht und bündelt es auf der Netzhaut. Besonders für das Sehen in der Nähe kann sie ihre Form verändern. - 2
Wodurch entsteht eine Trübung der Linse (Katarakt)?
Ein Katarakt entsteht meist dadurch, dass sich die Proteine in der Linse mit dem Alter verändern. Auch starke UV-Strahlung, Diabetes, Verletzungen des Auges, die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente und genetische Faktoren erhöhen das Risiko. Selten kommen Babys mit einem Katarakt zur Welt. - 3
Welche Zeichen hat ein Katarakt?
Am häufigsten sind verschwommenes oder trübes Sehen, blasser wirkende Farben, eine zunehmende Empfindlichkeit gegenüber hellem Licht, Schwierigkeiten beim Sehen in der Dunkelheit und eine mit der Zeit grau-weiß wirkende Pupille. Diese Zeichen entwickeln sich meist langsam. - 4
Wie wird die Augenlinse behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach der Erkrankung. Brechungsfehler im frühen Stadium lassen sich mit Brille oder Kontaktlinsen ausgleichen. Beim Katarakt ist ein Eingriff nötig: Die getrübte Linse wird entfernt und durch eine künstliche Intraokularlinse ersetzt. Dieser Eingriff ist heute sehr sicher und erfolgreich. In jedem Fall sollten Sie Ihre Augenärztin oder Ihren Augenarzt fragen. - 5
Wie schütze ich die Gesundheit meiner Augenlinse?
Eine Sonnenbrille mit UV-Schutz zu tragen, nicht zu rauchen, sich ausgewogen und reich an Antioxidantien zu ernähren, regelmäßig zur Augenuntersuchung zu gehen und Erkrankungen wie Diabetes gut einzustellen, ist dabei wichtig. - 6
Ist die Kataraktoperation riskant?
Die Kataraktoperation gehört heute zu den am häufigsten durchgeführten und sichersten Eingriffen. Mit modernen Techniken ist die Rate an Komplikationen sehr gering. Wie bei jedem Eingriff können jedoch selten Infektionen, Blutungen oder ein Anstieg des Augeninnendrucks auftreten. Vor dem Eingriff werden Ihnen alle Einzelheiten erklärt. - 7
Bekommt jeder Mensch im Alter einen Katarakt?
Das Alter ist der wichtigste Risikofaktor, und bei den meisten Menschen über 60 Jahren findet sich ein Katarakt in unterschiedlichem Ausmaß. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder einen behandlungsbedürftigen Katarakt entwickelt. Bei manchen Menschen bleibt er sehr mild und beeinträchtigt den Alltag nicht. - 8
Kann sich die Augenlinse erneuern?
Nein, die Fasern im Inneren der Linse werden nicht erneuert. Nur die dünne Epithelschicht am Rand bildet lebenslang neue Fasern, während die alten sich in der Mitte sammeln und altern. Dadurch nimmt die Dehnbarkeit ab, und es entstehen Beschwerden wie ein Katarakt. - 9
Können Kinder Erkrankungen der Augenlinse haben?
Ja, selten kommen Kinder mit einem Katarakt zur Welt, oder es entwickeln sich in der Kindheit Veränderungen der Linse. Infektionen der Mutter in der Schwangerschaft, genetische Faktoren oder Stoffwechselerkrankungen können dazu führen. Frühe Erkennung und Behandlung sind für die Entwicklung des Sehens entscheidend. - 10
Schaden Brille oder Kontaktlinsen der Augenlinse?
Nein, Brille oder Kontaktlinsen schaden der Augenlinse nicht. Im Gegenteil, der Ausgleich von Brechungsfehlern entlastet das Auge. Bei Kontaktlinsen ist jedoch die Hygiene wichtig, sonst steigt das Risiko einer Infektion an der Augenoberfläche.



