
H52.2 Astigmatismus
- Kudret Augen Istanbul
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- Medizinisch geprüft von Op. Dr. Mehmet Ali Özdil
Wie entsteht Astigmatismus?
Astigmatismus ist ein Sehfehler, der zu verschwommenem Sehen führt. Bei Betroffenen ist die Hornhaut nicht vollständig rund. Die Frage, wie Astigmatismus entsteht, beschäftigt viele. Weil die Hornhaut nicht gleichmäßig gewölbt ist, wird das Licht nicht im richtigen Winkel gebrochen und nicht richtig weitergeleitet. Unabhängig von der Entfernung führen die Brechungsfehler zu verschwommenem Sehen. Das wiederum führt zu Kopfschmerzen und müden Augen. Auch eine ungleichmäßig gewölbte Augenlinse kann dazu führen. Astigmatismus ist meist erblich bedingt. Er entsteht, wenn die Augenlider stark auf die Vorderseite des Auges drücken oder wenn ein Eingriff durchgeführt wurde, der das begünstigt. Auch Verletzungen des Auges können dazu führen. Selten tritt er nach Augenoperationen auf. Zu den Ursachen gehören:- Keratokonus
- Genetische Faktoren
- Komplikationen nach einer Augenoperation
- Verletzungen des Auges
- Starker Druck der Augenlider auf die Hornhaut

Zeichen von Astigmatismus
Die Zeichen sind recht eindeutig. Verschwommenes Sehen in der Ferne oder in der Nähe sowie Augen- und Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden. Werden die Augen stark beansprucht, ermüden sie zusätzlich. Zu den häufigsten Zeichen gehören:- Tränen der Augen
- Verschwommenes Sehen in der Nähe oder in der Ferne
- Schwindel und Kopfschmerzen
- Deutlich nachlassendes Sehen in der Dunkelheit
- Das Zusammenkneifen der Augen, um schärfer zu sehen
- Müde Augen
Wie wird Astigmatismus diagnostiziert?
Die Diagnose wird mit einer umfassenden augenärztlichen Untersuchung gestellt. Dabei kommen der Snellen-Test zur Bestimmung der Sehschärfe, die Skiaskopie zur Beurteilung der Lichtbrechung und die Keratometrie zur Messung der Hornhautwölbung zum Einsatz. Mit der Hornhauttopografie wird die Oberfläche der Hornhaut genau untersucht und die Stärke sowie die Form des Astigmatismus bestimmt. Diese Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern nur kurz. Regelmäßige Kontrollen, besonders im Kindesalter, sind für die frühe Erkennung sehr wichtig.Stärken des Astigmatismus
Die Stärke des Astigmatismus gibt an, wie stark jemand betroffen ist. Als Brechungsfehler wird er in Dioptrien gemessen. Die Werte liegen meist zwischen 0,25 und 6,00 Dioptrien. Sie werden bei der Augenuntersuchung genau bestimmt, in manchen Fällen kommen auch höhere Werte vor. Die Bestimmung ist wichtig, um die Schwere zu beurteilen und passend zu behandeln. Es gibt drei Gruppen.Geringer Astigmatismus
Ein Astigmatismus unter 0,75 Dioptrien gilt als gering. In dieser Gruppe treten Sehprobleme nur selten auf. Die Lebensqualität und der Alltag werden nicht beeinträchtigt. Eine Brille oder Kontaktlinsen sind meist nicht nötig.Mittlerer Astigmatismus
Ein Astigmatismus zwischen 0,75 und 2,00 Dioptrien gilt als mittel. In diesem Bereich wird sowohl in der Nähe als auch in der Ferne unscharf gesehen. Weil das verschwommene Sehen zu Schwindel, Kopfschmerzen und müden Augen führt, beeinträchtigt es die Lebensqualität. Für klares Sehen und gegen die Ermüdung der Augen werden meist eine Brille oder Kontaktlinsen empfohlen.Starker Astigmatismus
Ein Astigmatismus über 2,00 Dioptrien gilt als stark. Er beeinträchtigt die Sehschärfe und die Sehqualität erheblich. Gegenstände werden verzerrt oder wellig wahrgenommen. Neben Brille und Kontaktlinsen werden eine LASIK-Behandlung oder Operationen mit Intraokularlinsen empfohlen. Ohne Behandlung leidet die Lebensqualität stark, und es treten stärkere Kopfschmerzen und müdere Augen auf. Astigmatismus tritt nicht immer allein auf. Er kommt auch zusammen mit Weitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit vor. In einem gesunden Auge leiten Linse und Hornhaut das Licht, das durch die Pupille fällt, auf die Netzhaut. Sind Linse und Hornhaut nicht richtig gewölbt, gelingt das nicht. Das Licht wird vor oder hinter die Netzhaut gelenkt und kann über die Sehnerven nicht klar an das Gehirn weitergeleitet werden.Formen des Astigmatismus
Die Formen des Astigmatismus werden anders eingeteilt als die Stärken, nämlich nach dem Brechungsfehler des Auges:- Regulärer Astigmatismus: die häufigste Form. Dabei stehen die Hauptmeridiane der Hornhaut oder der Linse in einem Winkel von 90 Grad zueinander. Er lässt sich mit Laser, Brille und Kontaktlinsen ausgleichen.
- Irregulärer Astigmatismus: Dabei hat die Hornhaut mehrere Wölbungen, und selbst die flachsten Meridiane stehen nicht im rechten Winkel zueinander. Weil sich das mit einer Brille nur schwer ausgleichen lässt, kommen Kontaktlinsen und Intraokularlinsen infrage.
- Myoper Astigmatismus: Kurzsichtigkeit bedeutet, dass in der Ferne nicht scharf gesehen wird. Astigmatismus ist ein Brechungsfehler, der in jeder Entfernung zu Unschärfe oder Verzerrung führt. Weil das einfallende Licht nicht richtig auf die Netzhaut gelenkt wird, entstehen beim myopen Astigmatismus zwei Brennpunkte.
- Hyperoper Astigmatismus: Hier ist der Augapfel zu kurz oder die Hornhaut zu flach, sodass das Bild seine Schärfe verliert. Ein Teil des gebrochenen Lichts wird auf die Netzhaut gebündelt, der andere dahinter, sodass zwei Brennpunkte entstehen. Weil beide nicht stimmen, spricht man von hyperopem Astigmatismus.
Behandlung und Entscheidung
Die Behandlung richtet sich nach der Stärke des Brechungsfehlers und nach der Lebensweise. Bei geringem Astigmatismus unter 0,75 Dioptrien ist meist keine Behandlung nötig. Bei mittlerem Astigmatismus genügen Brille oder Kontaktlinsen. Bei starkem Astigmatismus kommen Laserverfahren wie LASIK und PRK oder Operationen mit phaken Intraokularlinsen infrage. Eine Laserbehandlung wird bei Menschen über 18 Jahren durchgeführt, deren Werte im letzten Jahr stabil geblieben sind. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt beurteilt die Hornhautdicke, den Aufbau Ihres Auges und Ihre Erwartungen und empfiehlt die passende Behandlung. Jedes Verfahren hat Vorteile und Grenzen.Häufig gestellte Fragen
- 1
Was bedeutet H52.2, ist das eine Diagnose?
H52.2 ist ein Klassifikationsschlüssel für Astigmatismus. Für eine gesicherte Diagnose und die Bestimmung der Stärke ist eine Untersuchung nötig. - 2
Geht Astigmatismus ganz weg?
Bei manchen Menschen wird mit Brille oder Kontaktlinsen vollständig klares Sehen erreicht. Verfahren wie der Laser können bei geeigneten Patientinnen und Patienten dauerhaft ausgleichen. Der Verlauf ist von Mensch zu Mensch verschieden, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. - 3
Verursacht Astigmatismus Kopfschmerzen?
Ja, besonders bei langer Bildschirmarbeit oder beim Lesen können müde Augen und Kopfschmerzen auftreten. - 4
Schreitet Astigmatismus fort?
Ein angeborener Astigmatismus verändert sich bei den meisten Menschen kaum. Bei Erkrankungen wie Keratokonus kann er zunehmen, deshalb sind regelmäßige Kontrollen wichtig. - 5
Braucht man bei geringem Astigmatismus eine Brille?
Nicht immer. Bei Beschwerden kann eine Brille helfen. Ohne Beschwerden genügt oft die Beobachtung. - 6
Worin unterscheiden sich regulärer und irregulärer Astigmatismus?
Beim regulären Astigmatismus verlaufen die beiden Hauptmeridiane gleichmäßiger, und er lässt sich mit einer Brille besser ausgleichen. Beim irregulären Astigmatismus ist die Hornhaut unregelmäßiger, sodass besondere Linsen oder weitere Behandlungen nötig sein können. - 7
Warum beeinträchtigt Astigmatismus das Sehen in der Dunkelheit?
Weitet sich die Pupille in der Dunkelheit, nimmt die Streuung zu, und Lichtstreuung sowie Blendung werden deutlicher spürbar. - 8
Lässt sich Astigmatismus mit Laser ausgleichen?
Bei geeigneten Patientinnen und Patienten ist das möglich. Messungen wie Hornhautdicke und Topografie sind für die Entscheidung entscheidend. Der Verlauf ist von Mensch zu Mensch verschieden, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.



