
Was ist Nachtblindheit?
- Kudret Augen Istanbul
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- Medizinisch geprüft von Op. Dr. Mehmet Ali Özdil
Ursachen der Nachtblindheit
Die Ursachen der Nachtblindheit sind vielfältig: Häufig sind erbliche Netzhauterkrankungen wie die Retinitis pigmentosa, daneben etwa ein Vitamin-A-Mangel, eine starke Kurzsichtigkeit oder ein Katarakt. Um den Befund festzustellen, der zu dem Sehfehler führt, ist eine fachärztliche Untersuchung wichtig. Außerdem sollte die Familiengeschichte unbedingt erfragt werden. Weil die erbliche Vorgeschichte sehr wichtig ist, erhöhen Ehen unter Verwandten das Risiko. Nach manchen Fachleuten tritt die Nachtblindheit bei Menschen mit einem starken Mangel an Vitamin A auf. Treten Zeichen auf, ist es wichtig, für eine gesicherte Diagnose sofort fachärztlichen Rat einzuholen. Auch wenn sich diese Erkrankung nicht vollständig verhindern oder beseitigen lässt, lassen sich weitere Erkrankungen, die hinzukommen, behandeln.Zeichen der Nachtblindheit
Die Zeichen der Nachtblindheit können in verschiedenen Phasen auftreten. Das erste Zeichen ist meist ein schlechteres Sehen in der Nacht. Manchmal zeigt die Untersuchung keinen Befund, und dennoch fällt das Sehen in der Nacht schwer. Die Anpassung an die Dunkelheit fällt sehr schwer. Beim Wechsel von einem hellen in einen dunklen Raum gewöhnt sich das Auge nicht sofort. Es braucht erst eine Zeit der Anpassung. Diese Anpassung gibt es auch bei allen anderen. Bei Menschen mit Nachtblindheit dauert sie jedoch deutlich länger als üblich. Mit dem zunehmenden Verlust der Stäbchenzellen zeigen sich auch bei der Untersuchung Befunde. Während sich in den ersten Phasen kein Befund zeigt, lässt in fortgeschrittenen Phasen das Sehen in der Nacht nach. In weiter fortgeschrittenen Phasen entsteht ein Verlust des seitlichen Sehens. Dann wird alles wie durch ein Fernrohr gesehen. In den letzten Phasen kann auch das zentrale Sehen verloren gehen, und es kann zu einem schweren Sehverlust kommen. In jeder Phase sind Diagnose und Behandlung jedoch wichtig. Zu den häufigsten Zeichen gehören:- Ein sehr enges Gesichtsfeld. Das Bild in der Mitte ist noch zu erkennen, die Bereiche um das Zentrum erscheinen jedoch dunkel. Manchmal sind sie gar nicht sichtbar.
- Eine sehr starke Lichtempfindlichkeit.
- In fortgeschrittenen Phasen fällt auch das Sehen am Tag immer schwerer.
- In der Nacht wird sehr viel weniger gesehen als am Tag.
Diagnose der Nachtblindheit
Die Diagnose ist in jeder Phase wichtig. Treten Zeichen auf, sollten unbedingt ein Gesichtsfeldtest und ein ERG erfolgen. Damit lässt sich eine gesicherte Diagnose stellen. Mit dem Gesichtsfeldtest wird gemessen, wie gut die Bereiche außerhalb des Zentrums, aber innerhalb des Gesichtsfeldes wahrgenommen werden. Dabei kommen Gegenstände und Licht zum Einsatz. Eine Betäubung oder Mittel sind nicht nötig. Der Test verursacht keine Schmerzen. Beim ERG werden Elektroden um das Auge und im Gesicht angebracht. Damit wird gemessen. Dabei ist ein sehr leichter Schmerz möglich. Es gibt zwei Arten dieses Tests, die zu unterschiedlichen Zwecken zum Einsatz kommen. Mit diesen Tests zeigt sich, ob in fortgeschrittenen Phasen ein Verlust des Sehens besteht. Ist die Erkrankung in der Familie bekannt, lässt sie sich mit diesen Tests in frühen Phasen leicht feststellen.Behandlung der Nachtblindheit
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Eine Nachtblindheit durch Vitamin-A-Mangel oder durch einen Grauen Star lässt sich behandeln: Der Mangel wird ausgeglichen, der Graue Star operativ entfernt. Für die Retinitis pigmentosa gibt es keine Heilung; nur für eine bestimmte erbliche Form (Mutation im RPE65-Gen) ist eine Gentherapie zugelassen. Für die übrigen Formen wird an Gentherapie und Netzhautimplantaten weiter geforscht. Weil Folgeerkrankungen wie ein Katarakt oder ein Makulaödem behandelbar sind, sind regelmäßige Kontrollen wichtig. Betroffene sollten Tabak, Alkohol und ähnliche Gewohnheiten meiden. Darüber hinaus wird eine ausgewogene Ernährung mit Vitamin A und Antioxidantien empfohlen; hoch dosierte Präparate sollten nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Für Erkrankungen ohne sichere Behandlung gibt es viele alternative Wege, etwa Eingriffe an den Gefäßen und die Akupunktur. Auch wenn manchmal pflanzliche Mittel empfohlen werden, hat keiner dieser Wege eine Wirkung. Für Menschen in der letzten Phase laufen die Arbeiten am bionischen Auge und an der Gentherapie weiter. Weil die Retinitis pigmentosa eine erbliche Erkrankung ist, kann sie von der Mutter oder dem Vater an das Kind weitergegeben werden. Besonders bei Ehen unter Verwandten tritt das häufiger auf. Menschen mit Nachtblindheit können Auto fahren, wenn ihr Sehen am Tag ausreicht; vom Fahren in der Dunkelheit und in der Nacht wird jedoch abgeraten. Mit dem Fortschritt der Technik werden in den kommenden Jahren Entwicklungen bei der Behandlung erwartet. Was ist eine Pachymetrie?
Häufig gestellte Fragen
- 1
Führt Nachtblindheit immer zur Erblindung?
Nein, sie verläuft nicht bei allen gleich. Bei manchen bleibt ein begrenztes Sehvermögen ein Leben lang erhalten. - 2
Gibt es eine Behandlung?
Das hängt von der Ursache ab. Eine Nachtblindheit durch Vitamin-A-Mangel oder durch einen Grauen Star lässt sich behandeln. Für die Retinitis pigmentosa gibt es keine Heilung; nur für die Form mit einer Mutation im RPE65-Gen ist eine Gentherapie zugelassen, für die übrigen Formen wird weiter geforscht. - 3
In welchem Alter beginnt Nachtblindheit?
Das richtet sich nach der erblichen Form. Bei manchen beginnt sie in der Kindheit, bei anderen im jungen Erwachsenenalter. - 4
Wirkt sich die Ernährung auf den Verlauf aus?
Eine ausgewogene Ernährung mit Vitamin A und Antioxidantien wird empfohlen, das ist jedoch keine sichere Behandlung. - 5
Darf jemand mit Nachtblindheit Auto fahren?
Wenn das Sehen am Tag ausreicht, ist das möglich, vom Fahren in der Dunkelheit und in der Nacht wird jedoch abgeraten.



